SAP-Rollenkonzept: Best Practices für sauberes Berechtigungsdesign
Rollenkonzept aufbauen: Naming Conventions, Einzel- vs. Sammelrollen und S/4HANA.
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Mit dem Umstieg auf S/4HANA und SAP Fiori verändert sich das Berechtigungsmodell grundlegend. Neben den klassischen Backend-Berechtigungen kommen neue Schichten hinzu: Fiori-Kataloge, OData-Service-Berechtigungen und Launchpad-Konfigurationen. Viele Berechtigungsteams stehen vor der Herausforderung, diese neuen Konzepte zu verstehen und korrekt umzusetzen.
Fiori-Berechtigungen basieren auf drei Schichten, die alle korrekt konfiguriert sein müssen:
Ein Benutzer kann eine Kachel nur dann erfolgreich nutzen, wenn alle drei Schichten die erforderlichen Berechtigungen enthalten. Fehlt eine Schicht, sieht der Benutzer entweder die Kachel nicht oder erhält Fehlermeldungen beim Aufruf.
Kataloge bündeln zusammengehörige Fiori-Apps. Gruppen organisieren die Darstellung im Launchpad. SAP liefert vordefinierte Kataloge und Gruppen mit dem Business Role Content aus. Best Practice: Erstellen Sie eigene (Z_) Kataloge und Gruppen, die auf den SAP-Standardkatalogen basieren, aber an Ihre Anforderungen angepasst sind. So bleiben Sie bei Updates kompatibel.
Die Verwaltung erfolgt über die Transaktion /UI2/FLPD_CUST (Customizing) oder /UI2/FLPD_CONF (Konfiguration). Weisen Sie Kataloge und Gruppen über Rollen zu – nicht direkt an Benutzer.
Jede Fiori-App nutzt einen oder mehrere OData-Services für die Datenkommunikation. Die Berechtigungsobjekte S_SERVICE mit den Typen IWSG (Service Group) und IWSV (Service) steuern den Zugriff. Seit S/4HANA 2020 werden zusätzlich die Berechtigungsobjekte S_START (für Launchpad-Apps) und S_RFCACL relevant.
Ermitteln Sie die benötigten OData-Services pro App über die Fiori Apps Library (fioriappslibrary.hana.ondemand.com) oder über die technischen Katalogzuordnungen im System.
Die häufigsten Probleme bei Fiori-Berechtigungen:
Debugging-Tools: Transaktion /n/UI2/SEMOBJ für Semantic Objects, SU53 für fehlgeschlagene Berechtigungsprüfungen, und die Fiori Launchpad Diagnose-App (/UI2/FLP_DIAGNOSIS) für eine systematische Fehleranalyse.
Bei der Migration von GUI-Transaktionen zu Fiori-Apps müssen bestehende Rollen erweitert werden. Die Backend-Berechtigungen bleiben in den meisten Fällen identisch – es kommen lediglich die Fiori-spezifischen Berechtigungen hinzu. Nutzen Sie die SAP-Zuordnungstabellen, die GUI-Transaktionen den entsprechenden Fiori-Apps zuordnen, als Planungsgrundlage.
Folgende Empfehlungen haben sich in Projekten bewährt: Beginnen Sie mit den von SAP ausgelieferten Business Roles als Referenz. Erstellen Sie eigene Kataloge und Gruppen mit Z_-Präfix. Testen Sie jede Fiori-App mit einem Testbenutzer, der nur die vorgesehene Rolle hat. Dokumentieren Sie die Zuordnung von Fiori-Apps zu Katalogen, Services und Backend-Berechtigungen. Schulen Sie Ihr Berechtigungsteam in den neuen Konzepten – Fiori-Berechtigungen erfordern ein anderes Verständnis als klassisches GUI-Berechtigungsdesign.
Fiori-Berechtigungen sind komplexer als das klassische GUI-Modell, aber mit dem richtigen Verständnis der Drei-Schichten-Architektur gut beherrschbar. Investieren Sie in Wissensaufbau und saubere Dokumentation – das spart später erheblichen Troubleshooting-Aufwand.
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